Hier werden einige Titel genannt und kommentiert, die für Mühlen-Nachforschungen
in Sachsen hilfreich sind.

Der Schwerpunkt liegt auf aktuell zugänglichen Gesamt- und Einzelmonographien. Antiquarische sächsische Mühlen-Literatur, z.B. von Alfred Meiche oder Hermann Gleisberg, ist nicht aufgeführt.

Buchtip: Wasser, Wind und Muskelkraft

Die Getreidemühle in Legenden und Fakten
Mit einem Beitrag von Erhard Jahn: Ein Vierteljahrhundert Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V.
Wolfgang Kuhlmann
Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung
(DGM) e.V.
Petershagen-Frille, 2012, 168 Seiten mit zahlreichen Abbildungen,
Format 21,3 x 26,5 cm, Hardcover, ISBN 978-3-00-037659-7, 16,90 €

Zu ihrem 25. Geburtstag hatte die DGM ihren ersten Geschäftsführer Wolfgang Kuhlmann gebeten, aus seinem reichen Fundus eine Jubiläumsschrift zu erarbeiten. Er sollte auf keinen Fall eine einfache historische Darstellung in genauer Zeitenfolge liefern, sondern nur die Themen aufgreifen, die in Mühlenkreisen immer wieder umstritten und unterschiedlich dargestellt werden. Wie viel Licht kann ohne Vermutungen und Hypothesen in das historische Dunkel der Mühlengeschichte gebracht werden? Die jahrzehntelangen Recherchen und die umfangreiche Mühlenbibliothek Wolfgang Kuhlmanns ließen hoffen, dass für diese Fragestellung ein wesentlicher Fortschritt erzielt werden könne. Dazu gehören Fragen wie: Wer hat die Windmühlen mit drehbarer Haube erfunden und woher stammen sie? Wie sah die von Vitruv beschriebene Wassermühle wirklich aus? Es mussten nicht alle Fragen endgültig beantwortet werden, wichtiger war eine sorgfältige Recherche und Wiedergabe des aktuelle Forschungstandes mit genauen Quellenangaben. Da war allerdings zu befürchten, dass ein trockener und zäher Lesestoff vorgelegt würde, den nur die treuesten Mühlenfreunde verdauen könnten. Genau das Gegenteil war jedoch der Fall.

Am Jubiläumstag der DGM im Juni 2012 wurde ein wirklich sehens- und bemerkenswertes Buch vorgelegt, das mit seinen bildlichen und schriftlichen Ausführungen, die in kurzen Kapiteln unterteilt sind, gerade zum Schmökern und Stöbern verlockt. Zu Beginn hat der Präsident der DGM, Erhard Jahn, die Geschichte der Gesellschaft auf wenigen, sehr lesenswerten Seiten festgehalten. Es folgen 24 kurze Kapitel mit zahlreichen Abbildungen, die jedes für sich gelesen und überlegt werden können. Das ist nicht nur für den eingeschworenen Mühlenfachmann eine unterhaltsame Lektüre, sondern auch für den interessierten Laien. Das beweisen schon Überschriften wie „Im Schweiße Deines Angesichts. Mahlgeräte in babylonischer Zeit“. Oder: „Kluge Ideen aus Holz und Stein. Von Kokermühlen, Tjaskern, Paltrockmühlen und Achtkantkonstruktionen“.
(Text: Homepage Mühlenvereinigung Berlin Brandenburg e.V.)
 
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Bettina Böhme
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Buchpremiere mit Mühlenführung

Rechtzeitig vor dem deutschlandweiten „Tag der offenen Mühlen“ am Pfingstmontag kommt in der Reihe der kleinen Lexika aus dem Lusatia Verlag ein Bändchen zu Oberlausitzer Mühlen heraus. Bernd Dreßler vom Kottmarsdorfer Mühlenverein stellt die verschiedenen Mühlen vor, erklärt Kraftübertragung und Mahlgang und geht auf manche Episode aus dem Müllerleben ein.

Das „Kleine Lexikon der Mühlen in der Oberlausitz“ erlebte seine Premiere natürlich unweit eines Mühlenrades: in der Bertholdmühle Oberoderwitz (Dorfstraße 25) am Donnerstag, dem 24. Mai. An diesem traditionsreichen Ort schloss sich eine sachkundige Führung des Müllermeisters Jürgen Berthold durch eine der wenigen noch produzierenden Mühlen in der Oberlausitz an.
 
Bernd Dreßler
Kleines Lexikon der Mühlen in der Oberlausitz
Fotografien Wolfgang Wittchen
Zeichnungen Horst Pinkau
ISBN 978-3-936758-79-5
105 x 145 mm, Pappband
64 Seiten
zahlreiche Abbildungen
Preis: 7,90 €
Lusatia Verlag

 
Herausgeber:      Druckerei & Verlag Christoph Hille
                         Boderitzer Str. 21 e . 01217 Dresden
                         Telefon (0351) 4712912 . Telefax (0351) 4712948
                         post@hille1880.de . www.hille1880.de

Autoren:            Wolfgang Müller, Frank Laborge
Jahr:                 1. Auflage 2011
Umfang:            326 Seiten, ca. 900 Abbildungen
Maße:               210 x 297 mm, 950 g
ISBN:                978-3-939025-23-8
Preis:                34,90 €

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Die beiden Autoren Wolfgang Müller, Gründungsorganisator des Sächsischen Mühlenvereins und der engagierte Dresdner Stadtgeschichtsfreund Frank Laborge, führen mit diesem Buch auf eine unterhaltsame und zugleich faktenreiche historische Wanderung entlang des ehemaligen Dresdner Weißeritzmühlgrabens, vom Stadtteil Löbtau bis zur Einmündung in die Elbe. Dabei lernt der Leser die vielfältige und äußerst interessante Geschichte zu beiden Seiten dieses einst sehr bedeutenden Mühlbaches kennen. Über fünf Jahrhunderte lang trieb der 4 km lange Wasserlauf bis zu seiner Stilllegung 1937 über 20 der verschiedensten Wassermühlen an. Damit stellte er das erste frühindustrielle Zentrum Dresdens dar und ist somit für die Industriegeschichte dieser Stadt von herausragender Bedeutung. Die Vielfalt der an diesem Dresdner Mühlbach einst vorhandenen Werke ist beeindruckend: Neben Getreidemühlen, Säge-, Papier-, Öl-, Walk-, Tabak- und Gewürzmühlen sowie einer Nudelmühle, in der Teigwaren manufakturell hergestellt wurden, gab es so wichtige staatseigene Anlagen wie die Pulvermühle, die Kanonenbohrmühle und die Edelsteinschleifmühle, die später zu einer Spiegelschleife umgebaut wurde.

Damit war die Kraft des Weißeritzwassers aber längst noch nicht erschöpft. Über 300 Jahre lang trug es auf seinem Rücken das aus den erzgebirgischen Wäldern geflößte Bau- und Brennholz durch den Mühlgraben vor die Tore der Stadt. Und es diente auch den Gerbern und Kuttlern (Fleischer) für ihre Existenz, die aus diesem Grunde ebenfalls an seinen Ufern sesshaft wurden.

Mit diesem Buch im A4 Format wird der Leser auf 325 Seiten und mit ca. 900 zum großen Teil farbigen Abbildungen in das Dresden der vergangenen Jahrhunderte hineinversetzt. Er lernt dabei in anschaulicher Weise interessante Menschen kennen sowie alte, heute meist verschwundene Techniken und Gewerke. Neben der großen stadtgeschichtlichen Aussage dieses Buches, lenkt es zugleich auch die Beachtung auf unsere historischen Mühlen im Lande, die heute oftmals in ihrem Bestand sehr gefährdet, aber als Kultur- und Technikdenkmale von größter Bedeutung sind.

Fazit: Ein lohnendes Buch für alle die Dresden und ihre Geschichte lieben, für alle Freunde historischer Mühlen, alter Techniken und Gewerke.

Wolfgang Thomas: Entlang der Weißeritz. Bildverlag Böttger GbR, Witzschdorf 2007. 160 Seiten, 178 Farbfotos. Querformat 24 x 16 cm. ISBN 978-3-937496-18-1. € 19,80. Bezugsquelle: Buchhandel bzw. Internet: www.boettger-bildverlag.de

Die Weißeritz, die aus den Zuflüssen  Rote und Wilde Weißeritz aus dem östlichen Erzgebirge von der tschechischen Grenze in Richtung Norden fließend sich bei Freital vor Dresden zur Weißeritz vereinigt und bei Dresden-Cotta in die Elbe mündet, ist jener Fluss, der am 12. August 2002 beim damaligen Jahrhunderthochwasser mit seinen Wassermassen sich brüllend zu Tal stürzte, den Dresdner Hauptbahnhof unter Wasser setzte, Eisenbahnschienen und Häuser wegriss.

Dieses zu normalen Wasserstandszeiten nahezu beschauliche Flüsschen ist Gegenstand eines Bildbandes des Fotografen Wolfgang Thomas, der bereits 1988 eine Bilderserie über die Landschaft an der Weißeritz  geschaffen hatte, die aufgrund der politischen Umbrüche der damaligen Zeit nicht mehr publiziert wurde. Thomas hat 15 Jahre später nochmals eine Bilderreise „Entlang der Weißeritz“ angetreten und Altbekanntes von damals mit neuen fotografischen Eindrücken ergänzt. Zu sehen ist auf  178 exzellent fotografierten Bildern das Weißeritzgebiet in seiner Gesamtheit mit beiden Quellflüssen vom Erzgebirge bis zur Einmündung in die Elbe. Neben der Landschaft in all ihrer Schönheit zu unterschiedlichen

Jahreszeiten finden sich Menschen, Gebäude, traditionelles Handwerk, Bergwerks- und historische Eisenbahnen, Kunst, Kultur und eine beachtliche Anzahl der vormals 22 Wassermühlen: verschiedene Getreidemühlen, zwei Sägemühlen, Wasserräder, Turbinenanlagen, ein Erzpochwerk und nicht zuletzt die bekannte kleine Turmwindmühle von Reichstädt .

Verblüffend ist oftmals die Gegenüberstellung des gleichen Motivs, jeweils fotografiert 1989 und 2005, so u.a. von der berühmten Müllerschul-Stadt Dippoldiswalde oder die von Müller Bernhard Herklotz in seiner Sägemühle in Seyde – die Veränderungen sind unübersehbar.

Eingeleitet wird der sehr sehenswerte Bildband mit einem informativen Text von Dr. Reimar Börnicke, in dem u.a. die Nutzung der Wasserkraft der Weißeritz durch Wassermühlen und Wasserkraftwerke entsprechend gewürdigt wird.

Die Bilderreise „Entlang der Weißeritz“  wwird allen Liebhabern von Bildbänden, Heimatfreunden, Touristen, zeitgeschichtlich Interessierten und nicht zuletzt Mühlenfreunden Freude bereiten.

Gundolf Scheweling

 
MÜHLEN RUND UM DRESDEN von Gottfried und Volker Thiele
Sutton Verlag GmbH Erfurt
Mai 2007
ISBN13 : 978-3-89702-948-4  96 Seiten 17,90 EUR
Das Buch kann über den Sächsischen Landesverein bestellt werden
(info@saechsischer-muehlenverein.de )
Das große sächsische Mühlenbuch
Herausgegeben von Eberhard Bräunlich und Matthias Zwarg.
Viele farbliche Illustrationen.
176 Seiten
19,95 EUR
ISBN 3-937025-22-7
Erschienen im Frühjahr 2006

Erhältlich beim Sächsischen Landesverein.

Es klappert die Mühle in Sachsen nicht nur am rauschenden Bach. Zwischen Dübener Heide im Norden und Erzgebirge im Süden gibt es weit über 100 mehr oder weniger gut erhaltene Mühlen: Wassermühlen, Schiffsmühlen, Windmühlen verschiedener Art. Viele Mühlen wurden von engagierten Müllerinnen und Müllern über die Jahre erhalten, manche Ruine liebevoll und aufwändig restauriert. Davon erzählt "Das große sächsische Mühlenbuch".
Otfried Wagenbreth u.a.
Mühlen
Geschichte der Getreidemühlen. Technische Denkmale in Mittel- und Ostdeutschland.
1994
Dt.Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, Stuttgart.
ISBN 3-342-00672-2.
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Wegen seiner Genauigkeit in Text und Abbildungen ein unentbehrliches Handbuch für alle sächsischen Mühlenforscher. Das Stichwortverzeichnis und ein umfängliches, gegliedertes Literaturverzeichnis sind vorbildlich.
Volkmar Weiss
Müller und Müllerssöhne im sächsischen Erzgebirge und Vogtland,
 in den Tälern und Nebentälern der Zwickauer Mulde, Zschopau und
Weißen Elster 1540 - 1721

1996
Verlag Degener & Co., Neustadt/Aisch.
ISBN 3-7686-4146-5.
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Für Mühlenforschung im Erzgebirge bis Anfang 18.Jahrhundert hilfreich. Jedoch rein familiengeschichtlich, keine Mühlenbeschreibung zu den Namen.
Wild / Böttcher
Die Müller und Mühlen der Dübener Heide
2003
Verlag Degener & Co., Neustadt/Aisch
ISBN 3-7686-4219-4
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Die 243 Mühlen in 104 Heide-Orten werden akribisch den Müllerfamilien zug
eordnet. Bis 2002 aufgearbeitet. Interessant die Mischung Wasser- und Windmüller.
Dora Doss / Wolfgang Schlieder
Besitzer und Papiermacher auf Papiermühlen in Sachsen
1993
IPH-Sekretariat, 35041 Marburg/Lahn, Wehrdaer Str.135. ISSN 0250-8338
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Schwerpunkt: Besitzerfolge sächsischer Papiermühlen. Behandelt auch die angrenzenden Gebiete.